Elektro-, Wärme- und Kältetherapie

Elektrotherapie oder Elektromedizin ist die Bezeichnung für therapeutische Anwendungen von elektrischem Strom in der Medizin und in der Physikalischen Therapie. Für einige der Verfahren werden synonym auch die Begriffe Reizstromtherapie oder Feinstromtherapie benutzt. Die Elektrotherapie wirkt je nach verwendeter Stromform durchblutungsfördernd, resorptionsfördernd, schmerzhemmend oder zur muskulären Kräftigung. Desweiteren kann durch gezielte Elektrotherapie nach Operationen und Verletzungen das neuromuskuläre Zusammenspiel wiederhergestellt beziehungsweise verbessert werden.

 

Die Wärmetherapie gehört zu den ältesten medizinischen Verfahren und wird in den verschiedensten Medizinsystemen angewandt, so in der konventionellen westlichen Medizin, in den Naturheilverfahren und in der Chinesischen Medizin. Der Wärme wird eine heilende Wirkung zugesprochen, deshalb spricht man umgangssprachlich auch von Heilwärme.
Die medizinische Wärmetherapie wird lokal eingesetzt bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, insbesondere bei Nackenschmerzen, chronischen Kreuzschmerzen und Gelenkbeschwerden, in der Sportmedizin zum Beispiel bei Überlastungsschäden wie Muskelzerrungen und Gelenkdistorsionen. Sie ist Bestandteil medizinischer Therapieleitlinien. Der Wärme werden in der Medizin vor allem folgende Wirkungen zugesprochen: Muskelentspannung, Verbesserung der Durchblutung, Verminderung der Viskosität der Gelenkflüssigkeit, Verbesserung der Dehnbarkeit des kollagenen Bindegewebes und Schmerzlinderung.

Als Kälte- oder Kryotherapie bezeichnet man den gezielten Einsatz von Kälte, um einen therapeutischen Effekt zu bewirken. Sie wird in erster Linie zur Entzündungshemmung, Schmerzreduktion und zur Abschwellung eingesetzt und stellt somit eine wichtige Ergänzungsbehandlung nach operativen Eingriffen dar. Bei akuten und frischen Verletzungen ist die Anlage von Kühlmitteln (z.B. Kältekompressen, Eisbeutel, Eiswasser oder Kaltluft) eine der ersten Sofortmaßnahmen.